Tarifabschluss der Länder

Die Fakten

Die Einigung sieht eine Laufzeit von 27 Monaten (bis zum 31. Januar 2028) vor und umfasst folgende Eckpunkte:

  1. Lineare Erhöhung: Die Tabellenentgelte steigen in drei Schritten:
    • Ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro.
    • Ab dem 1. März 2027 um weitere 2,0 Prozent.
    • Ab dem 1. Januar 2028 um weitere 1,0 Prozent.
  2. Nachwuchs stärken: Auszubildende und Studierende erhalten insgesamt 150 Euro mehr (in Schritten von 60/60/30 Euro). Zudem wurde die Übernahmeregelung (ab Note „befriedigend“) bis 2028 verlängert und die Laufzeit in der Stufe 1 um 6 Monate verkürzt.
  3. Die Wechselschichtzulage steigt deutlich von 105 auf 200 Euro und die Schichtzulage auf 100 Euro.
  4. Die Angleichung Ost an West schreitet nach über 35 Jahren voran: Ab 2027 gilt die Unkündbarkeit nach 15 Jahren auch im Osten, und die Arbeitszeit an Unikliniken wird schrittweise auf 38,5 Stunden gesenkt.

Alle Details finden Sie auf der Sonderseite des dbb unter

Einkommensrunde 2026 -»  dbb beamtenbund und tarifunion

Die vorläufigen Entgelttabellen finden Sie hier:

Entgelttabellen -»  dbb beamtenbund und tarifunion

Bericht aus Potsdam

Als Mitglied der Bundestarifkommission (BTK) des dbb bin ich natürlich vor Ort. Immerhin ist die BTK das Gremium aller Fachgewerkschaften des dbb, welches über einen Tarifabschluss berät und entscheidet. In diesem Gremium werden die Forderungen und Interessen aller 41 Mitgliedsgewerkschaften und der 16 Landesbünde gebündelt und abgewogen. Keine leichte Sache, aber die Kolleginnen und Kollegen der BTK haben ihr Herz an der richtigen Stelle und es herrscht eine professionelle Arbeitsatmosphäre.

Wir wussten, dass diese 3. Runde zum Scheitern verdammt war, wenn unser Gegenüber -die TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder -ohne Hessen)- sich nicht bewegt. Die bisherigen Runden zeigten bereits, dass die TdL kein richtiger Arbeitgeber ist, sondern eben aus Politikern besteht, die hauptberuflich Finanzminister sind. Funfact: meines Wissens gibt es keinen Arbeitgeber in Deutschland, der seinen Buchhalter zum Verhandlungsführer macht.

Was will ich damit sagen: als Finanzminister soll er das Geld zusammen halten. Das ist sein Job, dafür wurde er vom Ministerpräsidenten bestellt. Er muss nicht die Attraktivität seines Unternehmens bedenken, oder wie man das Gerangel um immer knapper werdendes Personals gewinnt. Und genau so funktioniert die TdL. Also als Finanzminister machen sie ihren Job.

Aber wir erwarten da immer mehr. Wir erwarten, dass die TdL ihre Verantwortung auch für einen funktionierenden Staat ernst nimmt. Wir wollen, dass das Land Sachsen-Anhalt funktioniert. Hierfür braucht es gute Mitarbeiter mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen. Und das Land als Arbeitgeber muss auch attraktiv bleiben, damit die vielen leeren oder demnächst leeren Stühle besetzt werden. Aufgaben hat die Politik für uns mehr als genug geschaffen.

Genau dies ist uns nicht gelungen, da es der TdL total egal ist, dass andere Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes (Bund und Kommunen) dies besser umsetzen. Ja, wir haben einen Abschluss der dem Abschluss zum TVoeD vom letzten Jahr ähnelt. Aber wir konnten nicht aufholen, da die TdL gerade mal bis zum „Ähneln“ bereit war.

Ich frage mich immer, weshalb es noch Menschen gibt, die beim Land anfangen zu arbeiten. In der Kommune hätten Sie bei gleicher Entgeltgruppe mehr Monatslohn, weniger Arbeitszeit und einen Tag mehr Urlaub. Warum stellt sich die TdL nicht solche Fragen.

Am Ende habe ich am Samstag morgen um 4 Uhr, nach über 3 Tagen zähen Verhandlungen, diesem Abschluss auch meine Zustimmung gegeben. Mehr war nicht drin. Für mich wichtiger war, dass die Kolleginnen und Kollegen der Länderverwaltung nicht noch mehr abgehängt werden.

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten Wochen bei den Demos und Warnstreiks für ihre gerechten Forderungen eingetreten sind und dadurch auch Bewegung in die Verhandlungen gebracht haben. Es gibt aber noch zu viele Kolleginnen und Kollegen, die denken, dass durch ihr Nichtstun alles von alleine schön wird.

Ulrich Stock, Landesvorsitzender der DVG Sachsen-Anhalt